Schloss Rocchetta Mattei


Die Anfahrt war lange und mühsam. Der Leihwagen kämpfte sich die Passtrassen herauf, schlängelte sich durch schmale Tunnel. Regen wechselte sich mit Schneefall und Sonne ab. Endlich stehe ich vor dem legendären Schloss. Eine einmalige Architektur, maurischer Stil. Leider steht ein riesiger Baukran auf dem Grundstück, das Objekt scheint bewacht und gesichert. Bis jetzt also keine idealen Bedingungen für eine erlaubnisfreie Begehung. Und so blieb es bei den Außenaufnahmen, die alleine schon sehenswert sind. Bis heute sind mir nur diese
Innenaufnahmen bekannt. Rocchetta Mattei ist und bleibt ein Traum!

Das Schloss wurde 1850 auf den Ruinen einer alten Burg mit Kirche und angrenzendem Friedhof erbaut. Bauherr war Graf Cesare Mattei, der mit seinem damaligen Architekten nicht wirklich zufrieden war. Aufgrund dieser Tatsache wurde Rocchetta mehrmals umgebaut. Der frustrierte Graf engagierte zudem einen Diener, der fortan die Aufgabe hatte, von dem Turm aus den Architekten mit wüsten Beschimpfungen anzuschreien, sobald dieser in die Nähe des Schlosses kam.

Cesare Mattei, der bereits 1896 verstarb, ist der Begründer der
Elektrohomöopathie. Im Schloss eröffnete er hierfür ein Behandlungszentrum, in dem König Ludwig von Bayern wie auch Zar Alexander II Patienten waren. Nach seinem Tode führte sein Adoptivsohn Mario Venturoli seine Forschungen weiter. Rocchetta Mattei wird zur Zeit saniert. Es bleibt zu hoffen, dass die phantastische Inneneinrichtung hierdurch nicht gefährdet wird. Aufnahmen aus März 2008.