Löwenkaserne


Westlich von Berlin, umrahmt von einem sehr großen Truppenübungsplatz, ist die Löwenkaserne zu finden. Die militärische Geschichte liegt mehr als 300 Jahre zurück, als Regimenter von König Friedrich I. hier exerzierten. Der Truppenübungsplatz wurde immer größer, ein Flugplatz kam hinzu. Das Dorf Döberitz, der Namensgeber der militärischen Einheit, musste 1895 sogar geräumt werden, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.

Im ersten Weltkrieg diente das Gelände mit deren Bauten als Kriegsgefangenenlager, in denen mehr als 30.000 Gefangene aus sieben Nationen interniert waren. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg wurden hier moderne Kampfeinheiten trainiert. Der sandige, trockene Boden der Heidelandschaft war ideal für die Erprobung von Panzerwaffen. Bemerkenswerterweise war das Areal, das den Alliierten sehr wohl als militärischer Standort bekannt war, nie Ziel massiver Bombardierungen. Nur vereinzelt schlugen britische Fehlabwürfe und sowjetische Artilleriegranaten dort ein. Das Gros der Einrichtungen überstand den Krieg unbeschadet.

Ab 1944 bis Kriegsende diente der Standort auch als Außenstelle des KZ Sachsenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kurzfristig als Flüchtlingslager genutzt, übernahm die Sowjetarmee 1947 das Areal. Bis zu 20.000 Soldaten waren dort stationiert. Abzug 1992 mit Aufgabe der militärischen Nutzung. Nur ein kleiner Teil im Süden dient der Bundeswehr als Standortübungsplatz für Kraftfahrzeuge. Die Kasernengebäude wurden ab 1994 entkernt und teilweise abgerissen.

Bei meiner erlaubnisfreien Begehung wurde ich von der Größe des Geländes und der Vielzahl der noch vorhandenen Gebäude erschlagen. In den wenigen Stunden, die mir zur Verfügung standen habe ich nur 1/3 sehen können. Vandalismus ist ja heute selbstverständlich und so wurden meine Erwartungen diesbezüglich leider erfüllt. Aufnahmen von 2008.

Links zum Thema:
- Artikel in
Wikipedia
- Ausführliche
Geschichte im Lexikon der Wehrmacht
- Artikel mit aktueller Bildergalerie (2015) auf
Spiegel Online.