Hospital Le Valdor


August 2005: Während ich in den letzten Jahren meist nur industrielle Objekte fotografiert habe, stellt mich das Hospital Le Valdor nun vor einer neuen Herausforderung. Hier gibt es keine Maschinen, Apparate oder eine prozessorienterte Architektur. Hier wurden Menschen geboren, geheilt, operiert. Hier sind Menschen gestorben. Gerüchte sprechen sogar von einer ehemaligen Nervenklinik. Anfangs gelingt es mir nur schwer, mich auf die Stimmung einzulassen, die mich aber zusehends durchströmt. Trotzdem hatte ich niemals das Gefühl, alleine zu sein... Geprägt ist das Gebäude durch eine regelmäßige und streng geometrischer Bauweise, jedoch sehr dysfunktional dabei. Die zahllosen Säle an den Außenseiten des Komplexes sind mit Gängen verbunden, der Aufbau ist stets parallel. Mittig angeordnet sind Operationssäle und Magazine. An der Stirnseite des Gebäudes, über dem pompösen Eingangsbereich befindet sich eine Kirche. Schnell hat man beim Erkunden der Räumlichkeiten den Überblick verloren.
Erbaut wurde Le Valdor 1889, was auch den sehr ruinösen Gesamtzustand begründet. Gerade die oberen Stockwerke sind mit großer Vorsicht zu genießen, zumal hier schon die Böden abgetragen wurden. Auf den Paneelen kann man sich jedoch vorsichtig bewegen. Jedoch stürzen hier und da die Decken bereits herunter. Gleich neben der historischen Klinik steht das heutige Le Valdor. Ein recht typischer 70er-Jahre Bau.

Weiterführender Link:
Der
Spurensammler in Valdor

Update 12/2005: Valdor befindet sich im Abriss. Von dem Komplex wird innerhalb weniger Wochen anscheinend nichts mehr übrig sein.

Update 01/2008: Le Valdor ist nahezu komplett abgerissen und mach einem Krankenhaus-Anbau für die benachbarte neuere Klinik Platz. Die Hauptfassade nach Südosten bleibt "zeichenhaft" nahezu vollständig erhalten. Ein guter Kompromiss zwischen Denkmalschutz und Neunutzung.