Krupp Industrie- und Stahlbau Bürogebäude


Irgendwo in Duisburg steht das seit vielen Jahren verlassene Bürogebäude mit dem markanten Krupp-Zeichen auf dem Dach. Ich kenne es unter dem Namen „Kruppsche Verwaltung". Das Objekt stand schon lange auf meinem Wunschzettel. Jedoch kam ich viel zu spät. In dem mehrstöckigen Gebäude steht kein einziges Möbel mehr, viele Wände sind mit Farbe besprüht und es wurde kräftig vandaliert.

Seit 1996 steht der ehemalige Verwaltungsbau der Krupp Industrie- und Stahlbau (KIS) leer. Viele Anwohner nannten das Gebäude liebevoll „Aquarium“ oder auch „Glaskasten“. Als das Gebäude 1962 eröffnet wurde, galt das fünfstöckige, vollverglaste, lichtdurchflutete Hochhaus mit seinen Großraumbüros als eines der modernsten Bürogebäude Deutschlands. Zu Hochzeiten arbeiteten mehr als 1000 Menschen hier. Zuhause war hier auch die Lohnbuchhaltung der zeitweise 10.000 Kruppianer sowie die Planungsbüros für das nicht unweit gelegene Stahlwerk. Während dort bereits 1993 der letzte Hochofen ausgeblasen wurde, wurde im KIS 1996 das Licht ausgemacht.

Mit etwas Mühe konnte man alte Spuren von Arbeit erkennen. Technische Zeichnungen, Büropapier und leere Aktenordner sind stumme Zeitzeugen. Die großen Etagen sind leer und lassen nur erahnen, dass hier einmal viele Hundert Menschen Arbeit gefunden hatten.

Im obersten Geschoss findet man Überreste der Klimatechnik, die wuchtigen Fahrstuhlmotoren. Der Blick über Rheinhausen ist von hier aus einmalig schön. Im unteren Geschoss Überreste eines Kantinenbetriebes mit den üblichen alten Fettgerüchen, die wohl für alle Zeiten durch die Räume ziehen. Aufnahmen von 10/2009.

Update 07/2016: Ja - das Bürogebäude steht noch. Es sind jedoch keinerlei heile Scheiben mehr zu finden, der tägliche Vandalismus hat auch hier erschreckende Arbeit geleistet. Das KIS mit den daneben stehenden Backsteinhäusern wird aktuell versteigert.
Die WAZ berichtet darüber.