Festung Schoenenbourg


Nur wenige Kilometer hinter der Grenze zu Frankreich ist ein gewaltiges Festungswerk zu finden. Die
Maginot-Linie war ein aus einer Linie von Bunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze zu Belgien, Luxemburg und Deutschland. Die Idee zu einer solchen Verteidigungslinie gab es schon direkt nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871. Verwirklicht wurde die Maginot-Linie jedoch nach den massiven Kriegsverlusten der Franzosen im ersten Weltkrieg. 1930 begann man mit dem Bau.

Die Festung Schoenenbourg ist ein Teil dieser Linie. Es ist eine der wenigen Werke, die besichtigt werden können. Der Verein "Vereinigung der Freunde der Maginot Linie im Elsaß" (
AALMA) betreut das Werk.

Der beeindruckende Bunker wurde 1933 fertiggestellt. Die meisten Teile liegen bis zu 30 Meter unter der Erde, mitten in einem Waldstück gelegen. Nur die Werkseingänge sowie die Kampfbunker liegen an der Erdoberfläche. Die Besatzungsstärke lag zwischen 510 und 630 Mann. Eine Kaserne und zahlreiche Infrastruktur sind im direkten Umland zu finden. Die Bewaffnung war für die damalige Zeit sehr modern und bestand aus Panzertürmen und
Infanteriekasematten.

Die Stromversorgung wurde über ein Erdkabel realisiert, jedoch konnte die Festungsanlage auch autark betrieben werden. Hierzu standen zahlreiche Dieselgeneratoren im Kraftwerk zur Verfügung. Beeindruckende Zahlen des Maschinensaals: Vorrattanks für 96.000 Liter Dieselöl, 184.000 Liter Kühlwasser und 6.000 Liter Schmieröl. Die Wasserversorgung des Forts wurde durch 14 Reservoirs mit insgesamt 263.000 Liter realisiert.

Es ist so unglaublich, was hier aus der Motivation der damaligen Bedrohungslage geschaffen wurde. Faszinierend auf der einen Seite, beschämend auf der anderen Seite. Bilder von 10/2012.

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