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Stärkefabrik R. Hundhausen


Im Jahre 1864 begann man in Hamm aus Weizenmehl Weizenstärke herzustellen. Der Hammer Betrieb, der ab 1868 den Namen R. Hundhausen Stärkefabrik erhielt, war der älteste seiner Art. Die Erzeugnisse der Firma waren bald sehr bekannt. Aufgrund der steigenden Nachfrage mussten Gebäude und Fabrikationsanlagen laufend erheblich erweitert werden.

1899 erwarb der Großkaufmann C.D. Epping aus Lippstadt die Fabrik. Der erste Weltkrieg und lange Nachkriegsjahre brachten der Firma schwere Rückschläge, da aus Rohstoffmangel keine Fabrikationsmöglichkeit bestand. Im Jahre 1940 wurde der Betrieb nach Ahlen verlegt und mit modernsten Fabrikationsanlagen ausgestattet. Hiermit entstand hier das erste namhafte Werk der Nahrungsmittelindustrie.

Bei einem Fliegerangriff am 23.03.1944 gingen große Teile der Gebäude und Maschinen in Trümmer. Drei Arbeiter wurden Opfer dieses Angriffs. Unter schwierigsten Verhältnissen wurde der Betrieb jedoch wieder errichtet. Die Produktion konnte schon bald wieder aufgenommen werden.

Unter dem Namen "
Hundhausen" waren die Erzeugnisse der Stärkefabrik im ganzen Bundesgebiet bekannt. Hergestellt wurden: Ia Weizenstärke, Weizenstärkepuder, Weizensüßkleber, Aleuronat, IIa Weizenstärke, Weizenstärkequellmehl.
Weizenstärke und Weizenstärkepuder ist für die menschliche Ernährung, besonders für die Ernährung des Säuglings und Kleinkindes wichtig. Ferner werden mit Hilfe der Weizenstärke Pudding, Creme und feine Backwaren hergestellt. Aber auch die technische Industrie - Textil, Klebstoff, Papier, Zündholz - sowie die pharmazeutische Industrie haben für spezielle Zwecke großen Bedarf an Weizenstärke.

Der bei der
Fabrikation anfallende Weizenkleber mit seinem hohen Eiweißgehalt ist ein unbedingt erforderlicher Grundstoff für die Suppenwürze- und Nahrungsmittelindustrie. Im Hundhausenschen Betrieb wird aus diesem Weizenkleber das in ärztlichen Fachkreisen bekannte Diabetikerpräparat Aleuronat hergestellt.

Der Name "Hundhausen", der auf diesem weit verzweigten Spezialgebiet in der Wirtschaft zu einem feststehenden Markenbegriff geworden ist, trägt in starkem Maße mit dazu bei, den Namen und Ruf der Stadt Ahlen in das gesamte Bundesgebiet und über seine Grenzen hinauszutragen.
(Quelle und Textauszüge: "Deutsches Städte-Album. Ahlen im Jahre 1951. Ein Zeitdokument in Bild und Werbung, erschienen in der Zeit des Neubaues eines Deutschen Staates. AWA Werbe-Verlag GmbH")

Analoge Fotografien aus 04/2006