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Beelitz Heilstätten


Zwischen 1898 und 1930 wurden die
Beelitz Heilstätten vor den Toren Berlins erbaut. Mit 60 Gebäuden auf einer Gesamtfläche von 200 ha eine der größten Krankenhauskomplexe seiner Zeit. Die in der Zeit der Industrialisierung vorherrschende Krankheit Tuberkulose sollte hier erfolgreich behandelt werden. Vor allem in den düsteren Berliner Arbeiterviertel war fast jeder dritte Bewohner von dieser tödlichen Krankheit bedroht.

Die Heilstätten waren in mehrere Bereiche unterteilt worden. Nördliche einer Bahnlinie lagen im Westen die Frauenlungenheilanstalt, im östlichen Bereich die Heilanstalt für Männer. Die geschlechtliche Trennung wurde streng vollzogen. In diesen Lungenheilanstalten wurde die ansteckende Lungenkrankheit behandelt. Im Süden der Bahnlinie befanden sich die Sanatorien, ebenfalls nach Geschlechtern getrennt. Ebenfalls in diesen südlichen Bereichen befinden sich zahlreiche Dienst- und Bewirtschaftungsgebäude wie Heizkraftwerk, Kegelbahn, Bäckerei, Fleischerei, Wäscherei und die Zentralbadeanstalt.

In den beiden Weltkriegen wurde die
Heilanstalt als Sanatorium für verwundete Soldaten umfunktioniert. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde das gesamte Gelände russisches Sperrgebiet. Seitdem waren die Beelitz Heilstätten das größte Militärhospital der sowjetischen Armee außerhalb der Sowjetunion. Erst einige Jahre nach der Wende -1994 - gaben die Russen das Areal auf. Erstmals nach dem Krieg wurden die Heilstätten für jedermann zugänglich. Einige Gebäude sind inzwischen saniert worden. Heute gibt es dort den Gesundheitspark Beelitz-Heilstätten. Die Neunutzung des Geländes ist aus Insolvenzgründen ins Stocken geraten, um die Zukunft von Beelitz ist es schlecht bestellt. Die größten Teile der wirklich sehenswerten Anlagen verfallen zunehmend und werden vandalisiert. "Prominente" Gäste der Heilstätten waren Adolf Hitler (1916 als Gefreiter, von einem Granatsplitter verletzt) und der zu dieser Zeit an Leberkrebs erkrankte Erich Honecker (1991 kurz vor seiner Ausreise nach Moskau.). Zahlreiche Filme, wie beispielsweise "Der Pianist" (Roman Polanski) und "Stauffenberg" (mit Tom Cruise) wurden in den Kulissen der Heilstätten gedreht.

Drei Tage war ich vor Ort, um die zahlreichen Gebäude zu fotografieren. Die Zeit hat leider nicht ausgereicht, ein zweiter Besuch des Objektes steht für Herbst 2008 an. Beelitz ist gut besucht, man sollte sich zum Fotografieren Wochentage aussuchen, wenn man Bilder machen möchte, in denen keine blutverschmierten Models oder Stativbeine verschiedenster Fotografen mit auf den eigenen Aufnahmen sein sollen.

Auffällig ist die trotz des enormen Alters der Gebäude gute und stabile Bausubstanz. Ein Highlight ist sicherlich die Ruine der Frauenlungenheilanstalt, die am Ende des zweiten Weltkrieges aufgegeben werden musste. Auf dem Dach des Gebäudes ist ein Wald mit meterhohen Bäumen - eine pittoreske Szene. Aufnahmen vom Herbst 2007. Aufgrund der großen Anzahl der Aufnahmen habe ich 3 Galerien zur Ansicht gestellt.

Update: Im Herbst 2008 habe ich die Heilstätten erneut besucht. Der Vandalismus hat leider zugenommen, viele Gebäude sind vom neuen Besitzer verschlossen worden. Neue Bilder habe ich den Galerien hinzugefügt.

Update 2010: Die Heilstätten sind nicht mehr legal betretbar. Aufgrund des fortschreitenden Vandalismus und vielen anderen unangenehmen Vorfällen, entschließt sich der Besitzer zu Schließung des Areals.