Am 01. Mai 1873 wurde der erste Spatenstich des Schachtes Hugo I getätigt. Gegründet würde die Zeche durch den Essener Kaufmann Hugo Honigmann. Schacht 2 wurde 1882 abgeteuft. Am 28.04.2001 ist auf Hugo die letzte Förderschicht ausgefahren. Mittlerweile sind die Schächte verschlossen, das Gelände im Gelsenkirchener Norden liegt brach. Auch der Kampf um die Möglichkeit, das Objekt zu einem Besucherbergwerk zu machen, ist verloren. Die Kosten für die Instandhaltung sind einfach zu hoch und in Bochum fürchtet man um die Konkurrenz.
Gerade Hugo ist bei den Protestaktionen 1997 in Bonn in vorderster Reihe dabei gewesen. Damals ging es um den Kohlekompromiss, die schrittweise Streichung der Subventionen für den Steinkohlebergbau und den damit verbundenen Personalabbau. Laut Kohlekompromiss soll die Zahl bis 2005 auf 36 000 sinken und auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden. Bei diesem «kohlepolitischen Gleitflug» wurden und werden Zechen geschlossen - seit 1957 insgesamt 111 Bergwerke.
Nachtrag 10/2002: Wie der örtlichen Presse zu entnehmen ist, geht es Hugo jetzt an den Kragen. Abgerissen werden soll das Kraftwerk mit Schornstein. Weiterhin wird auch die alte Kohlenwäsche sowie Schacht 5 abgerissen. Das Verwaltungsgebäude sowie die Waschkaue, Schacht 8 nebst Wagenumlauf sollen erhalten bleiben (Fritz Schupp).
Nachtrag 11/2002: Erste Abrisse sind bereits erfolgt. Kleinere Gebäude sind bereits entfernt, die große runde Mischhalle ist im Abbruch. Die DSK hat anscheinend gegen den Denkmalbeschluss einiger Gebäude geklagt. Mittlerweile hat man auch die Politik eingeschaltet, um Teile der Anlage zu erhalten. Die Sache bleibt spannend - aber ich habe wenig Hoffnung...
Nachtrag 07/2003: Schornstein, Grob- und Feinwäsche sowie das Kraftwerk sind bereits gesprengt worden. Viele kleinere Hallen und Gebäude wie auch die große Rundhalle sind abgerissen. Schacht 8 mit Wagenumlauf wird derzeit entkernt. Am Schacht 5 finden derzeit auch Abbrucharbeiten statt. Klaus Herzmanatus, ehem. Betriebsratsvorsitzender der Zeche Hugo und Betreiber des "Kleinen Museum" versucht, zumindest den Schacht 2 zu retten. Hierüber werden derzeit Gutachten erstellt. Die Kaue hat eine Nachfolgenutzung in Form einer Diskothek mit Gastronomie gefunden.
In diesem Zusammenhang werden wohl zumindest
neue
Gastronomie Jobs entstehen und so kann
aus jenem Gelände, auf dem ein sogenannter
Biomassepark entstehen soll, doch etwas
Nützliches für die Anwohner entstehen.
Zum einen werden neue Arbeitsplätze zur
Verfügung stehen und zum anderen bekommen
Jugendliche - aber natürlich auch Erwachsene
- aus der Umgebung einen neuen Anlaufpunkt,
den sie in ihrer Freizeit nutzen können.
Außerdem werden Kosten gespart, da doch
nicht alles abgerissen und weggeschafft
werden muss. Dieses wäre eine gutes
gesellschaftliches Modell, um sinnvoll mit
Bauten umzugehen, die in ihrer alten
Funktion nicht mehr gebraucht werden. Man
könnte einzelne Elemente der Anlage, die
besonders im Gedächtnis der Menschen bleiben
sollen und Zeugnis über eine bestimmte
Epoche ablegen, zur
Denkmalschutzimmobilie deklarieren.
Insbesondere die Umnutzung der Gebäude zu
Gewerbeimmobilien
ist für diesen Standort
interessant, um das Gelände aufzuwerten und
ihm eine neue Funktion zu geben. Dabei ist
es auch wichtig, den Charakter der Gebäude
zu erhalten und den Charme der alten Bauten
für neue Konzepte zu nutzen. Hierfür könnte
die alte Gebäudestruktur durch
Sanierungsmaßnahmen instand gesetzt und
bei Bedarf durch neue Module ergänzt werden.
Bei diesen Baumaßnahmen könnte gleichzeitig
auch der Wert der Immobilien gesteigert
werden, um Investoren für weitere Projekte
zu finden.
So wäre auch eine mögliche Finanzierung
einfacher zu organisieren. Denn wenn ein
größeres Gedbäude oder ein ganzes Gebiet
unter
Denkmalschutz stehen, finden sich
weniger leicht Investoren, da für Denkmäler
besondere Auflagen gelten.
Nachtrag 10/2003: Vor wenigen Tagen ist Schacht 5 gesprengt worden. Eine Genehmigung für den Schacht 8 mit Wagenumlauf liegt bereits vor. Es ist ein Aktionskreis "Erhalt Schacht 2" ins Leben gerufen - man benötigt jedoch viele Spendengelder, damit wenigstens dieser Teil von Hugo erhalten werden kann. Falls das Geld nicht zusammenkommt, wird auch dieser Schacht - der Letzte - fallen. Das Herz von Buer scheint vollständig gerupft zu werden...
Nachtrag 12/2003: Schacht 2 scheint gerettet zu sein - es ist genug Geld zusammen gekommen, um das Denkmal zu retten. Im Dezember gefallen: Schacht 8 - der Wagenumlauf wird konventionell abgerissen. Eine weitläufig zu sehende Landmarke von Buer ist gewichen.
Update 03/2004: Obwohl weite Teile der Zeche Hugo inzwischen abgerissen bzw. gesprengt wurden, ist das alte Kraftwerk noch nicht angerührt worden. Aus Sprengkreisen hört man, man wolle sich diesen "Leckerbissen" bis zuletzt aufbewahren...
Update 10/2005: Mittlerweile ist nun auch das alte Kraftwerk gesprengt worden.
Update 05/2009: Seit langem steht nur noch Schacht 2, die Waschkaue und der angrenzende Bürokomplex. Alles ist sehr stark vandalisiert.
Es kursieren Gerüchte, dass das Bürogebäude
und / oder die Kaue abgerissen werden soll.
Der Schacht 2 wurde 2005 von der Stadt
Gelsenkirchen übernommen und als Museum
eingerichtet. Klaus Herzmanatus, letzter
Betriebsratsvorsitzender von Hugo ist
Geschäftsführer und treibende Kraft des
Trägervereins Hugo Schacht 2 e.V. Der
Aktionskreis zum Erhalt des Schachts hat
mittlerweile eine akzeptable Stärke.
Links zum Thema:
-
Zeche Hugo auf Wikipedia
-
Fotos der Sprengung des Kraftwerks
- Homepage von
Klaus Herzmanatus mit allen
Informationen und zahlreichen Fotos