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Rheinstahl Schalker Verein

Gelsenkirchen

Das Stahlwerk "Rheinstahl Schalker Verein" wurde 1872 gegründet. Gussrohre im sog. Schleudergussverfahren wurden hier seit 1926 hergestellt. Mit seinen ca. 6000 Arbeitnehmern zählte das Stahlwerk zu den modernsten Produktionsstätten seiner Art in der Welt. Auf dem Gelände in Gelsenkirchen befanden sich 5 Hochöfen mit den dazugehörigen Anlagen, von denen heute nur noch Fragmente zu sehen sind. Das Roheisen wurde ausschließlich für die Herstellung von Rohren verwendet; es gab kein Stahlwerk, in dem Brammen gewalzt wurden und zu einem Endprodukt wie Profil- oder Formstahl verarbeitet wurde.

Über Jahrzehnte war "Schalker Verein" mit seinen Hochöfen, seiner Rohrgießerei und Kesselfabrik einer der Motoren der Gelsenkirchener Wirtschaft. Bis 1982 wurden hier große Mengen Roheisen produziert. Dann jedoch wurden die Hochöfen stillgelegt. Auf einem kleinen Teil der Fläche produzierte bis 2004 das Unternehmen "Saint Gobain", der Nachfolger der Schalker Vereins.

Die Produkte des Schalker Vereins wurden weltweit vertrieben. Schleudergussrohre aus duktilem Gusseisen aus Gelsenkirchen für die Trinkwasser- und Abwasserentsorgung sind nicht nur in Deutschland für ihre Qualität und lange Lebensdauer bekannt, sondern wurden auch viele Jahre lang in über 30 Ländern weltweit exportiert.

Der Hauptteil des Betriebsgelände wurde bereits in den 1980er Jahren abgerissen. Die Kraftzentrale, der Hochbunker, Teile eines unterirdischen Fußwegesystems, die Erzverladung und die ehem. elektrische Versorgung stehen jedoch bis heute. Bei meiner erlaubnisfreien Begehung des Schalker Vereins im August 2001 ist mir vor allem die große Kraftzentrale aufgefallen. Aufgrund von massiver Asbestverseuchung wurde diese bisher nicht weiter abgetragen. Die Gebläsemaschinen (Dampf?) sind leider schon entfernt worden. Jedoch sind noch viele Armaturen und Schaltschränke vorhanden. Im Licht der Abendsonne sind gerade in dieser Halle wunderschöne ästhetische Bilder entstanden.

1982 In der Nacht zum 5. März zerstört eine Explosion den letzten aktiven Hochofen Nr.4. Schlagartig werden 2600 Mann arbeitslos, neben dem Hochofenwerk wird die Zementfabrik stillgelegt. Diese weitere Stilllegung sorgte für weitere Arbeitslose, die sich von einem Tag auf den anderen ohne Job wiederfanden. Da die gesamte Region auf die Montanindustrie und alles, was damit direkt oder indirekt zusammenhing, ausgerichtet war, schien die berufliche Situation anfangs für viele Menschen aussichtlos. Stellen waren Mangelware. Erst nach und nach griffen Umstrukturierungsmaßnahmen, und heute hat die Region Ruhr in vielen Gebieten den Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft vollzogen.

Übrig bleibt die Schleudergussrohrproduktion, das benötigte Roheisen wird ab 5. März 1982 von Thyssen aus den Werken Duisburg bezogen. Der Transport erfolgt über die Schiene in Torpedopfannenwagen, eine DB-Lok (V60) bringt täglich einen Waggon nach Gelsenkirchen.

Update 05/2002: Es gibt Neuigkeiten für die Nachfolgenutzung der Brachfläche. Nachdem 1996 die LEG eine 35ha große Fläche übernommen hat; das Gelände nur 800 Meter zum Hauptbahnhof und Innenstadt liegt, ist eine Folgenutzung mehr als wahrscheinlich. Man hat eine Planungswerkstatt in Leben gerufen, folgende Dinge sind geplant:
- Die Kraftzentrale wird komplett abgerissen
- Die Trafostation soll erhalten bleiben Auch der Hochbunker bleibt stehen, davor soll ein Festplatz entstehen.
- Auf dem Dach des Hochbunkers soll eine Solaranlage installiert werden - passt zu Gelsenkirchen Die Mitte der Brachfläche, wo früher eine Sickergrube oder etwas Ähnliches war, soll umzäunt werden. Dort gibt es Tagebrüche und Umweltgefahren - diese Fläche soll der Natur überlassen werden
- Eine Mischung aus Wohnen und Arbeiten soll entstehen - mit Stadtteilcharakter. Kleine Handwerksbetriebe, Handel und Wohnen.

Die beiden Platzflächen an Hochbunker und Trafostation greifen den Maßstab der ehemaligen Industriefläche gut auf.

Update 03/2004: Saint Gobain kündigt die Schließung des Gelsenkircheners Werkes für das laufende Jahr an. Gründe sind billigere China-Importe. Einige Hundert Arbeitsplätze sind verloren...

Update 04/2006: Vielen Dank an Bernd Adam für eine CD wertvoller historischer Aufnahme des Schalker Vereins. Bernd ist Ehemaliger des Werkes; aus einem Gästebucheintrag bei dubtown ist ein richtig guter Kontakt geworden. Glück Auf nach Erle!

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In der Gasverteilung

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In der Gasverteilung

Sprenung Ofen 2

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Sprenung Ofen 2

Abstich Ofen 1, ca. 1977

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Abstich Ofen 1, ca. 1977

Blick auf die Gichtgasfackel und einen Kühlturm

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Blick auf die Gichtgasfackel und einen Kühlturm

Blick vom Bahnhof zur Turbine 4 1980

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Blick vom Bahnhof zur Turbine 4 1980

Ausgelaufenes Material. Im Hintergrund Zeche Alma.

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Ausgelaufenes Material. Im Hintergrund Zeche Alma.

Blick unter die Schrägaufzüge der Hochöfen.

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Blick unter die Schrägaufzüge der Hochöfen.

Cowpergebläse nach der Explosion v.Ofen 4.

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Cowpergebläse nach der Explosion v.Ofen 4.

Das waren einmal Hochöfen

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Das waren einmal Hochöfen

Elektrowerkstatt, schon gut ausgestattet ! ca.1977.

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Elektrowerkstatt, schon gut ausgestattet ! ca.1977.

Materiallager

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Materiallager

Turbine 4 Messwarte

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Turbine 4 Messwarte

Geschmolzener Druckschalter

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Geschmolzener Druckschalter

Möllerung

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Möllerung

Ofen 1 bis 4 ca.1978

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Ofen 1 bis 4 ca.1978

Ofen 1 mit schon demontierten Blasformen

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Ofen 1 mit schon demontierten Blasformen

Ofen 1 u.2.

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Ofen 1 u.2.

Ofen 2 kurz vor der Sprengung

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Ofen 2 kurz vor der Sprengung

Ofen 2 nach der Sprengung

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Ofen 2 nach der Sprengung

Ofen 2 vor der Sprengung

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Ofen 2 vor der Sprengung

Ofen 2 vor der Sprengung

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Ofen 2 vor der Sprengung

Ofen 3 Fundament.

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Ofen 3 Fundament.

Ofen 4 Messhaus nach der Explosion

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Ofen 4 Messhaus nach der Explosion

Ofen 4 nach der Explosion

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Ofen 4 nach der Explosion

Ofen 4 schon stark demontiert

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Ofen 4 schon stark demontiert

Ofen 4 Schrott.Im Hintergrund Altwagenrennbahn Zeche Alma

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Ofen 4 Schrott.Im Hintergrund Altwagenrennbahn Zeche Alma

Ofen 4 schrott-2

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Ofen 4 schrott-2

Ofendemontage.

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Ofendemontage.

Ofenwindgebläse

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Ofenwindgebläse

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